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Wir über uns

(von Peter Tholl, Protektor) – Rudern in Osnabrück verbinden viele mit Achterweltmeister Jan Tebrügge, den Vizeweltmeistern Lutz Ackermann und Peter Puppe sowie Weltmeistertrainer Tobias Rahenkamp. Die vier Männer haben am Carolinum das Rudern erlernt und sind durch die Anwesenheit bei Festen, durch Starts in Altherrenrennen bei Schülerregatten oder durch die Teilnahme an Ruderwanderfahrten nach wie vor mit der Ruderriege Carolinum eng verbunden. Sie starten unterdessen für den Osnabrücker Ruderverein (ORV).

Gerudert wird auf einem fünf Kilometer langen Teilstück eines Stichkanals, der den Mittellandkanal mit dem Osnabrücker Hafen verbindet. Das Ruderrevier eignet sich gut für den Ruderbetrieb, allerdings erfordert der Schiffsverkehr strenge Sicherheitsvorkehrungen. Das Bootshaus des ORV im Stadtteil Eversburg ist etwa vier Kilometer von der in der Innenstadt liegenden Schule entfernt. Durch öffentliche Verkehrsmittel sind die Rudereinrichtungen für die Schüler gut zu erreichen.

Ziele
Das Carolinum ist ein von Karl dem Großen gegründetes staatliches Gymnasium, das zur Zeit fast 1400 Schüler besuchen. Die schulische Arbeitsgemeinschaft „Ruderriege Carolinum“ hat sich zur Aufgabe gemacht, durch das Anstreben von sportlichen Zielen sowie durch das Durchführen von Ruderwanderfahrten einen Beitrag zur Sozialisation von Heranwachsenden zu leisten. Für die Mitglieder der Ruderriege bedeutet dies, dass es hier nicht primär um den sportlichen Erfolg eines Einzelnen, eines Vierers oder eines Achters, sondern um die Entwicklung des Verantwortungsbewusstseins der Schüler im Hinblick auf die Gemeinschaft aller Riegenmitglieder und auf die materiellen Werte (Boote, Bootshaus etc.) geht. Es sollen so Handlungskompetenzen vermittelt werden, die über den Bereich der Sports hinaus zur Verfügung stehen.

Eine weitere Aufgabe des Schulsports ist es, ein überdauerndes Interesse an sportlicher Betätigung zu vermitteln. Die Ruderriege Carolinum betrachtet sich als Teil der Jugendabteilung des ORV und strebt für die Riegenmitglieder den Übergang in den Verein an, um so das Sporttreiben während des gesamten Lebens zu initiieren.

Anfängerausbildung
Einen großen Stellenwert nimmt die Anfängerausbildung ein. Nach dem Prinzip des „Generationenvertrages“ bilden die älteren Schüler die jüngeren aus. Qualifiziert werden die Ausbilder durch Steuermannslehrgänge, die im Winter organisiert werden. Die Anfängerausbildung wird einmal pro Woche im Gig-Doppelvierer in festen Mannschaften durchgeführt, was organisatorische und pädagogische Gründe (Gemeinschaft, Kameradschaft, Disziplin etc.) hat.

Es beginnt sofort nach der Einschulung in die 5. Klasse im August bzw. September (2006: 32 Anfänger). Ziel ist der Stilruderwettbewerb im Rahmen des Ruderfestes Ende April des Folgejahres. Nach den Sommerferien findet für die Anfänger eine „Miniwanderfahrt“ über drei Tage auf der Ems statt. Die Schüler der sechsten Klassen starten dann bei ihrem zweiten Ruderfest in Rennen in Gig-Doppelvierern gegeneinander. Danach werden die ersten Regatten besucht. Viele Mannschaften starten gemeinsam mit den Trainingsruderern beim Landesentscheid „Jugend trainiert für Olympia (JtfO)“ unmittelbar vor den Sommerferien. Abschluss der zweijährigen Anfängerausbildung ist die Wanderfahrt auf der Weser am Ende der Sommerferien (5 Tage).

Trainingsbetrieb

Vorstellen der Trainingsmannschaften beim Ruderfest.

Ziele der Trainingsruderer sind der Landesentscheid des Wettbewerbs „JtfO“ sowie die Viererrennen des Landesentscheids für 13- und 14jährige der Ruderjugend Niedersachsen. Die Vorbereitungen für die „Top-Teams“ beginnen im Oktober mit den Besprechungen mit Trainern und Aktiven. Eine wichtige Botschaft für die Schüler ist die Tatsache, dass durch Rudertraining die schulischen Leistungen nicht beeinträchtigt werden dürfen. Als Trainer fungieren ältere und ehemalige Schüler.

Für die 15- bis 17jährigen Aktiven beginnt es mit Tests (Langstrecke im Einer und Ruderergometer). Dann folgen Testfahrten im Großboot (Vierer oder Achter) mit dem Ziel, die Mannschaftszusammensetzungen bis Dezember zu finden. Die anderen Teams werden nach Freundschaften zusammengesetzt. Für die jüngeren Ruderer (14 Jahre und jünger) finden im November und Januar Ergometertests statt, die zur eigenen Standortbestimmung und zur vorsichtigen Strukturierung des Pools der Nachwuchsruderer dienen.

Die Trainingsmannschaften rudern ganzjährig mehrmals in der Woche. Ergänzt wird das Wassertraining durch Training im Kraftraum und Ausgleichssport (Fußball oder Basketball). Für die Anfänger ruht von Dezember bis März der Ruderbetrieb. Für sie gibt es dann ein spielerisches Sportangebot.

Anfang März findet ein Trainingswochenende für die „Top-Teams“ (2007: ein Achter und fünf Vierer) auf dem Baldeneysee in Essen statt. Gemeinsam mit dem Trainer des Landesruderverbandes Nordrhein-Westfalen, Ralf Wenzel, wird hier gezielt an der Rudertechnik gearbeitet. Außerdem wird versucht, gruppendynamische Prozesse in Gang zu setzen, um das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer Mannschaft sowie im Trainerteam zu fördern. In den Osterferien wird für alle Caro-Ruderer in Osnabrück ein einwöchiges Trainingslager organisiert (2007: über 160 Schüler). Während der Sommermonate werden mit 50 bis 120 Aktiven Schülerregatten in Bramsche, Kassel, Salzgitter, Rieste, Hamburg, Essen, Minden und/oder Hannover besucht.

Der Trainingsbetrieb findet in enger Kooperation mit dem ORV statt. Sie wurde initiiert in den 90er Jahren von Dr. Thomas Möllenkamp (damaliger 1. Vorsitzender des ORV) und Protektor Peter Tholl. Begünstigt wurde die Kooperation durch den Carolinger Tobias Rahenkamp, der mehrere Jahre Trainer beim Landesstützpunkt, beim ORV und bei der Ruderriege Carolinum war. Die Caro-Trainingsruderer sind Mitglied im ORV und können damit die verbesserten Trainingsmöglichkeiten nutzen. Besonders talentierte Ruderer haben so die Möglichkeit, weitere sportliche Ziele anzustreben.

Wanderfahrten

Beginn der Kinderwanderfahrt auf der Weser 2006 in Vaake mit den (Vize-)Weltmeistern Lutz Ackermann, Jan Tebrügge und Peter Puppe.

Jährlich werden drei mehrtägige Wanderfahrten (jeweils 50 bis 60 Teilnehmer) und eine Wochenendfahrt durchgeführt. Neben Spaß und Begeisterung für unsere Sportart geht es hier insbesondere um die Vermittlung von sozialen Lernzielen. So werden jeden Tag die Rudermannschaften neu eingeteilt („Jeder mit jedem in jedem Boot.“), einige Schüler müssen das Abendessen zubereiten, die Bootshäuser sind zu säubern, das Gepäck ist zu verladen, die Boote sind aufs Wasser zu bringen etc. Es ist auch Rücksichtnahme gefordert, wenn 10- bis 20jährige gemeinsam in einem Raum schlafen. Daneben gibt es im breitensportlichen Bereich u.a. das traditionelle Stadtspiel im Januar, das Ruderfest am letzten Sonntag im April sowie das Nikolausrudern.

Fakten
2006 haben am Carolinum 247 Schüler/-innen gerudert. Es wurden 153583 Ruderkilometer zurückgelegt. 117 Aktive haben ein Fahrtenabzeichen erworben und auf überregionalen Regatten wurden 135 Siege errungen. Höhepunkte waren die beiden Bundessiege durch den Caro-Achter und den WK-III-Mädchenvierer beim Finale „JtfO“ in Berlin sowie die beiden Siege des Mädchenvierers beim Bundeswettbewerb für 13- und 14jährige in Hürth.

Zur Zeit bereiten sich 18 Vierermannschaften und der Caro-Achter auf die Teilnahme an Regatten vor. Dazu kommen noch 12 Vierer-Anfängermannschaften. 40 Ausbilder und Trainer kümmern sich ehrenamtlich um das Training bzw. die Ausbildung der Teams. Dienstältester Trainer ist Oliver Wischmann, der seit fast 20 Jahren mit großem Erfolg Mädchenmannschaften trainiert.

Einzelheiten zu den Aktivitäten der Ruderriege sind im 216 Seiten umfassenden „Jahresbericht 2006“ nachzulesen (anforderbar per eMail).

Juli 2007